Trends aus Fernost

Dass aus Japan meist recht skurrile Trends nach Europa schwappen, ist weitreichend bekannt. Sowohl die an sich nützlichen, aber nicht gesellschaftstauglichen Erfindungen, in Japan Chindogus (seltsame Geräte) genannt, wie auch diverse Anime- oder Manga – Trends kommen aus dem fernöstlichen Land. Weder sind Schuhe mit Regenschirm, die Halterung für die Toilettenrolle auf dem Kopf oder Stillbrüste als Umhänger für Männer gesellschaftsfähig noch sind alle Zeichentrickfilme für Kinder gemacht. Andererseits gibt es diverse Erfindungen, die gerade die Mikro- und Nanotechnologie um große Schritte weitergebracht haben. Als ein Zwischending stellt sich der Trend zum Karaoke singen dar. In Japan ist diese Freizeitbeschäftigung so wichtig, dass es sogar Benimmregeln für eine Veranstaltung mit Karaoke gibt. So darf sich niemand einfach das Mikrofon schnappen und lossingen, es muss immer eine Einladung seitens des Gastgebers vorausgehen. Die Geschichte der Karaoke (jap. Kara = leer, Oke = Kurzwort für Orchester) ist im Erfindungsland bereits gut dreißig Jahre alt. In den frühen siebziger Jahren stellte Daisuke Inoue die ersten elf Karaoke – Geräte in Bars in Kobe auf. Er meldete weder das Konzept noch die dafür verwendete Technik zum Patent an, weswegen große Multimedia – Konzerne bald die Idee Inoues kopierten und selbst sowohl Geräte wie Playback – Bänder und CD’s vertrieben. Heute steht in fast jeder japanischen Stadt mindestens eine Karaoke- Bar, in vielen größeren Städten gar ein Karaoke – Haus, in dem einzelne Zimmer von befreundeten Menschen oder auch von Firmenbelegschaften gemietet werden können. In Deutschland erlebte die Karaoke nach dem ersten Aufkommen Mitte der neunziger Jahre einen zweiten Aufschwung mit Erscheinen der ersten Casting – Shows. Neben Karaokebars, die sich nicht nur in den deutschen Großstädten etabliert haben, gibt es dank der Computerisierung unserer Haushalt heute viele neue Wege, die eigene Gesangesstimme zu erproben. So bietet sich Karaokesoftware sowohl für den PC wie auch für die Spielekonsolen an. Aber auch Online-Communities haben den Karaokegesang für sich entdeckt. Die Möglichkeit, Songtexte und Playbacks herunterzuladen und die eigene Gesangeskunst einer großen Community zu präsentieren, übt auf viele Menschen einen nicht uninteressanten Reiz aus.

Andreas


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Geschrieben am Donnerstag, Juni 11th, 2009 und abgelegt unter Kunst.

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