Hier spricht der Navi

Viele Autofahrer und Autofahrerinnen, die sich mit dem Gedanken tragen, für ihr PKW ein Navigationssystem zu kaufen, schauen gar nicht genau hin. Ob das Design, die Menüführung oder die grafische Auflösung ansprechend ist, interessiert sie nur sekundär. Auch der Preis ist für sie oft kein Argument. Sie wollen vor allem hören. Sie lassen sich die Navis vorführen und lauschen den Stimmen, die sie durch den Verkehr lotsen sollen. Ob Garmin, Tom Tom, Blaupunkt oder die http://www.medionshop.de, sie alle haben mehrere Männer und Frauenstimmen im Repertoire und meist bis zu 30 Landessprachen. Und hier kommt es absolut auf den persönlichen Geschmack an. Vielleicht ist einem das „sehr gut“ getestete Navi überhaupt nicht Recht, weil einem die weiblichen Stimmen zu aufdringlich, zu zickig oder schlicht zu langweilig erscheinen. Beim Autofahren einzuschlafen ist wohl das Letzte, was man erleben will und bei nervenden Stimmen verliert man schnell die Lust am Fahren und schaltet „das Ding“ einfach mal genervt ab.

Da fährt man lieber blind, als sich weiter von dieser Stimme führen zu lassen. Männer und Frauen haben unterschiedliche Vorlieben für ihre Lotsen-Stimme. Frauen fühlen sich oft bevormundet, wenn ihnen eine Männerstimme nicht nur im Büro sagt, wo es lang geht, sondern auch noch im Cockpit ihres schicken Flitzers und wählen daher die Stimme einer Frau. Dann gibt es wiederum den Typ, dem eine Männerstimme zuverlässiger erscheint. Mit einer Männerstimme verbinden viele Kompetenz. Das geht nicht nur den Frauen so, auch Männer vertrauen eher Männern im Straßenverkehr. Wem keine der Stimmen gefallen, die auf seinem Navi installiert sind, der kann sich andere besorgen. Es gibt viele Download-Angebote für anspruchsvolle Stimmen-Sucher. Mal sind sie käuflich zu erwerben, manche gibt’s auch umsonst. Der neueste Trend: man nimmt die Stimmen von populären Schauspielern oder bekannten Personen des öffentlichen Lebens. In Deutschland gibt es dieses Feature schon von Boris Becker, dem Comedian „Maddin“ Schneider oder von diversen Stimmen-Imitatoren. Amerikanische Navigations-Anbieter haben zum Beispiel „Sex and the City“-Star Kim Katrall dafür gewinnen können, den Autofahrern zu sagen wo es lang geht und wie man hört, ist diese Lotsen-Stimme sehr gefragt. Auch mit der Singer-Songwriter-Legende Bob Dylan ist man im Gespräch. Da lässt man sich dann bald näselnd „all along the watchtower“ führen und erfährt am Ende des Weges, dass es das Ziel gar nicht mehr gibt – es ist „Blowing in the wind“. Sicher ein denkbar schräges Feature bei einem Navi.

Andreas


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Geschrieben am Montag, Juli 5th, 2010 und abgelegt unter Auto.

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