Hauspersonal – Klischee und Wirklichkeit
Ist es eigentlich dekadent, Hauspersonal zu beschäftigen – womöglich sogar einen Butler, den Inbegriff der Vornehmheit und britischen Versnobtheit? Heutzutage denken viele Menschen, dass niemand gezwungen sein sollte, anderen Menschen zu dienen. Das ist ja auch richtig. Aber wer sagt denn, dass hier immer Zwang vorliegt? Unser modernes Bild von Hauspersonal, vielleicht weniger vom Butler als vielmehr von der Haushaltshilfe - manchmal abfällig als Putzfrau bezeichnet -, ist von zahlreichen Filmen und Büchern geprägt, in denen arme Leute gezwungen sind, für einen Hungerlohn den Haushalt reicher Personen in Ordnung zu halten, sich schlecht behandeln zu lassen und dafür nur Unzufriedenheit zu ernten, weil sie nur auf diese Weise mit Ach und Krach ihre Rechnungen bezahlen können. Die Reichen beschäftigen in solchen Geschichten ihr Personal aus Bequemlichkeit, vielleicht auch einfach aus Gehässigkeit, um sich an den Angestellten abreagieren zu können, oder einfach als Statussymbole: Seht her, reiche Freunde, ich kann es mir leisten. Das Personal selbst ist dabei, so will es das moderne Klischee, zutiefst unglücklich über sein sinnloses Leben. Aber dieses Klischee ist weit von der Wirklichkeit entfernt, auch wenn es derartige Einzelfälle geben mag. In Wirklichkeit sind das Leben und die Arbeit von Hausangestellten alles andere als sinnlos. Und es ist in der Regel nicht Bequemlichkeit, die Menschen dazu bringt, Geld für dieses Personal zu bezahlen. Vielmehr sind die Arbeitgeber eines Butlers oder einer Haushaltshilfe oft Leute, die ihren Wohlstand mit harter Arbeit verdienen. Diese Arbeitgeber haben oft weit mehr als einen durchschnittlichen Acht-Stunden-Tag. Dabei bleibt nicht die Zeit, auch noch täglich zu putzen oder zu kochen. Nur dadurch, dass die Angestellten diese Tätigkeiten übernehmen, findet ihr Chef Zeit und vor allem auch Energie für seine Arbeit. Gerade auch der Butler ist es, der seinem Arbeitgeber die Möglichkeit verschafft, ein wenig Entspannung zu finden und Kraft für seine Arbeit zu schöpfen. Das Hauspersonal trägt damit erheblich zum Erfolg und zur Leistung der Reichen bei – und wird meistens auch entsprechend geschätzt. Es handelt sich bei dieser Tätigkeit also um eine durchaus ehrbare und gerade in wohlhabenden Kreisen sehr angesehene Tätigkeit.
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Geschrieben am Mittwoch, August 26th, 2009 und abgelegt unter Dienstleistungen.Sie Können die auch unseren RSS Feed Abonnieren Comments Feed. You can Leave A Comment, or A Trackback.
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